• Neue Welten - der Utopie Podcast Podcast

    #10 Defund the Police & Abolish the Police

    „Defund the Police!“ – „Kürzt der Polizei die Mittel!“ Dieser Slogan wurde 2020 nach der Tötung von George Floyd durch einen Polizisten in den USA auch hierzulande aufgegriffen. Die Idee dahinter: Der Polizei die Mittel streichen und das eingesparte Geld an anderer Stelle für sinnvollere Sachen wie Sozialarbeit, Prävention oder Beratungsstellen auszugeben. Noch weiter geht die Idee von „Abolish the Police!“ – „Schafft die Polizei ab!“.

    Warum die Polizei für sehr viele Menschen eher Probleme schafft statt Probleme zu lösen und wie eine Welt ohne Polizei und Gefängnisse aussehen könnte, darüber haben wir mit Fee Grabow und Nine Yamamoto-Masson gesprochen. Sie haben uns erzählt, was an die Stelle der Polizei rücken würde bzw. wie anders mit Gewalt umgegangen werden müsste, damit alle Menschen (und nicht nur die weiße Ober- und Mittelschicht) in Sicherheit leben. Wir haben auch die Geschichte der Polizei gestreift, ihre strukturellen Probleme, über Unterschiede zwischen „Defund“ und „Abolish the Police“ und vor allem über ein alternatives Lösungsmodell unter dem Namen „Transformative Justice“.

    Fee engagiert sich im Bereich Transformative Justice und hat mitgewirkt an der Broschüre bzw. dem Toolkit „Was macht uns wirklich sicher“. Das Toolkit gibt es hier kostenlos als PDF Download: https://www.transformativejustice.eu/wp-content/uploads/2017/07/toolkit-finished-1.pdf

    Nine ist Künstlerin und Akademikerin, ihre vielfältigen Projekte, Kunstwerke und Texte findet ihr hier: https://nineyamamotomasson.com/

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    Eine Einführung in Community-basierte Konzepte von Sicherheit gibt es bei „Analyse & Kritik“, geschrieben von Melanie Brazzell, die auch maßgeblich am Toolkit beteiligt war: https://www.akweb.de/bewegung/mit-transformative-justice-zu-mehr-sicherheit-ohne-polizei/

    „Analyse & Kritik“ bietet gerade auch ein „Sonderheft Polizeiproblem“ an, viele Text sind auch online frei zugänglich: https://www.akweb.de/ausgaben/665-sonderheft-polizeiproblem/

    Das Konzept von Transformative Justice geht auf die US-amerikanische Abolitionistin Mariame Kaba zurück. Hier ein gutes Interview mit ihr: https://www.thenation.com/article/culture/mariame-kaba-interview-til-we-free-us/

    Im März 2021 ist der 19-Jährige Qosay Kh. in Delmenhorst nach seiner Verhaftung wegen einem Joint in Polizeigewahrsam gestorben. Die Details des noch ungeklärten Falls weisen doch sehr in eine Richtung: https://www.tagesschau.de/investigativ/panorama/tod-polizeieinsatz-101.html

    Auch linke Menschen sind von Polizeigewalt betroffen, sowohl bei linken Demos als auch als Einzelpersonen. Beispielhaft ist der aktuelle Fall der Studentin und Antifa-Aktivistin Lina E., die behandelt wird wie eine Terroristin, und das wegen angeblicher Schlägereien mit Nazis: https://www.akweb.de/bewegung/free-lina-paragraf-129-verfolgungswelle-gegen-linke/

    Die Liste der Betriebe, die von den Niedrigstlöhnen der Gefangenen profitieren: https://ggbo.de/profiteurinnen/

    913 Menschen saßen letztes Jahr in Berliner Gefängnissen, weil sie schwarz gefahren sind und die Geldstrafe nicht zahlen konnten: https://www.tagesspiegel.de/berlin/haft-nach-schwarzfahren-und-anderen-delikten-mehr-als-900-menschen-wegen-nicht-bezahlter-strafen-in-berliner-gefaengnissen/25517014.html

    Bild von Vishnu Kale via unsplash, bearbeitet mit Vaporgram: https://unsplash.com/@vykale6

    #10 Defund the Police & Abolish the Police

    „Defund the Police!“ – „Kürzt der Polizei die Mittel!“ Dieser Slogan wurde 2020 nach der Tötung von George Floyd durch einen Polizisten in den USA auch hierzulande aufgegriffen. Die Idee dahinter: Der Polizei die Mittel streichen. Noch weiter geht die Idee von „Abolish the Police!“ – „Schafft die Polizei ab!“.

    Warum die Polizei für sehr viele Menschen eher Probleme schafft statt Probleme zu lösen und wie eine Welt ohne Polizei und Gefängnisse aussehen könnte, darüber haben wir mit Fee Grabow und Nine Yamamoto-Masson gesprochen.

    Fee engagiert sich im Bereich Transformative Justice und hat mitgewirkt an dem Toolkit „Was macht uns wirklich sicher“. Das Toolkit gibt es hier kostenlos als PDF Download.

    Nine ist Künstlerin und Akademikerin, ihre vielfältigen Projekte, Kunstwerke und Texte findet ihr hier.

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    Das Konzept von Transformative Justice geht auf die US-amerikanische Abolitionistin Mariame Kaba zurück. Hier ein gutes Interview mit ihr.

    Im März 2021 ist der 19-Jährige Qosay Kh. in Delmenhorst nach seiner Verhaftung wegen einem Joint in Polizeigewahrsam gestorben. Die Details des noch ungeklärten Falls weisen doch sehr in eine Richtung.

    Auch linke Menschen sind von Polizeigewalt betroffen, sowohl bei linken Demos als auch als Einzelpersonen. Beispielhaft ist der aktuelle Fall der Studentin und Antifa-Aktivistin Lina E., die behandelt wird wie eine Terroristin, und das wegen angeblicher Schlägereien mit Nazis.

    Die Liste der Betriebe, die von den Niedrigstlöhnen der Gefangenen profitieren.

    913 Menschen saßen letztes Jahr in Berliner Gefängnissen, weil sie schwarz gefahren sind und die Geldstrafe nicht zahlen konnten.

    Bild von Vishnu Kale via unsplash, bearbeitet mit Vaporgram: https://unsplash.com/@vykale6

    #9 Die Star Trek Utopie mit Sebastian Stoppe

    Der Weltraum – unendliche Weiten: So beginnt 1966 ein der größten Science Fiction Erzählungen aller Zeiten. Star Trek breitet in mittlerweile fast 800 Episoden, in mehr als einem Dutzend Kinofilmen, in über 1.000 Comics und mehr als 700 Romanen und Kurzgeschichten eine Geschichte unserer fernen Zukunft aus. Und beschreibt nebenbei eine utopische Gesellschaft, die stets mit der jeweiligen Gegenwart im Dialog steht, von den 1960er Jahren bis heute. Wir freuen uns, mal wieder ein popkulturelles Phänomen auf seinen utopischen Gehalt hin abzuklopfen und mit Dr. Sebastian Stoppe über die Vereinte Föderation der Planeten, die oberste Direktive, eine Welt ohne Geld, Künstliche Intelligenz und viele weitere Aspekte der Star Trek Utopie zu sprechen.

    Sebastian stellt in seinem Buch „Unterwegs zu neuen Welten – Star Trek als politische Utopie“die Hypothese auf, dass es sich bei Star Trek um einen utopischen Text handelt, der starke Ähnlichkeiten etwa mit Thomas Morus‘ „Utopia“ aufweist. Vor allem aber hat er ALLE Star Trek Folgen geschaut und uns ein paar sachdienliche Hinweise gegeben, welche besonders utopischen Folgen wir uns anschauen könnten.

    In der Podcast-Folge konzentrieren wir uns vor allem auf die Serie „Star Trek – The Next Generation“, die von 1987 bis 1994 im Fernsehen lief. Denn „The Next Generation“, entstanden am Ende des Kalten Krieges und in der kurzen Zeit der Aufbruchsstimmung danach, zeigt vielleicht am deutlichsten die utopische Seite von Star Trek. In der Serie hat Captain Jean-Luc Picard das Kommando über die USS Enterprise, mit dabei sind Commander William T. Riker, der Androide Data oder der Klingone Worf. Und der utopisch-humanistische Geist von Star Trek-Erschaffer Gene Roddenberry.

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    Hauptforschungsgebiet von Sebastian Stoppe sind unter anderem Film- und Fernsehstudien, insbesondere Science Fiction und Musik für Film und Fernsehen. Hier geht´s zu seiner Homepage: https://www.sebastian-stoppe.de

    Sebastians Dissertation „Unterwegs zu neuen Welten – Star Trek als politische Utopie“ erschien 2014 im Büchner-Verlag: https://www.buechner-verlag.de/buch/unterwegs-zu-neuen-welten/

    Eine überarbeitete Version der Dissertation mit einem neuen Kapitel zu den jüngsten Serien erscheint voraussichtlich Ende 2021 in englischer Sprache bei McFarland Publishers: https://mcfarlandbooks.com

    2019 erschien zudem der Sammelband „Neue Welten, Star Trek als humanistische Utopie?“, herausgegeben von Michael C. Bauer. Hier steuerte Sebastian den Text „Aus dem Chaos in die Ordnung, Die Schaffung politisch-sozialer Strukturen in Star Trek“ bei: https://link.springer.com/book/10.1007/978-3-662-57449-2

    Auch die Filmkritiker Rüdiger Suchsland und Georg Seeßlen haben sich intensiv mit „Star Trek“ auseinandergesetzt. Hier bietet etwa Seeßlen einen guten Überblick über die Star-Trek-Saga: http://www.getidan.de/kritik/film/georg_seesslen/2114/die-star-trek-saga

    Hier analysiert Suchsland „Star Trek Beyond“:
    https://www.heise.de/tp/features/Star-Trek-Beyond-Positiver-Realismus-und-der-Geist-der-Utopie-3276712.html

    Alle sieben Staffeln von „Star Trek – The Next Generation“ (und weitere Star Trek Serien) gibt es bei Netflix.

    #8 Zapatismus mit Nico Klomann

    Für die aktuelle Episode haben wir in den Süden Mexikos geschaut. Dort leben die Zapatisten in einer Utopie, die die zumindest teilweise schon realisiert ist. Seit einem Aufstand 1994 verwalten sie dort, im Bundesstaat Chiapas, ihre Geschicke selbst in weitestgehender Autonomie. Der Staat Mexiko ist zwar auch in diesem Gebiet offiziell Machthaber, und es gibt auch eine starke Militärpräsenz mexikanischer Soldaten, aber die Zapatisten haben ihre eigenen Strukturen aufgebaut.

    Es gibt viele spannende Aspekte, die wir zusammen mit Nico Klomann aus Mexiko näher beleuchten. So haben die Zapatisten ihre eigenen Räte und Regierungen, die sehr basisdemokratisch, gewissermaßen anarchistisch funktionieren. Zudem haben sie eine eigene Armee sowie ihre eigenen Gerichte, Schulen und Krankenhäuser. Der wichtigste Aspekt ist, dass sie als überwiegend aus Indigenas bestehende Bewegung auch das Land besitzen, auf dem sie arbeiten, und die Landwirtschaft und Wirtschaft selbst in der Hand haben, und versuchen, es weniger kapitalistisch zu organisieren als im Rest des Landes. Die emanzipatorische Bewegung arbeitet nicht darauf hin, die Macht in Mexiko zu übernehmen, sondern will die Gesellschaft sofort von unten verändern – was durch die Vertreibung der Großgrundbesitzer und die Verteilung des Landes an die Bauern und Bäuerinnen auch gelungen ist.

    Seit dem Aufstand von 1994 setzen sich die Zapatisten für die Rechte der indigenen Bevölkerung Mexikos, aber auch generell gegen neoliberale Wirtschaftspolitik und für autonome Selbstverwaltung ein. Nico Klomann beschäftigt sich als Wissenschaftler und Aktivist insbesondere mit dem Widerstand der indigenen Gruppen am Istmo de Tehuantepec, der nun auch von einem Megaprojekt, dem Corredor Transistmico, bedroht ist. Weil der gesamte Südosten Mexikos einem industriellen Entwicklungsplan unterworfen werden soll, spielt nun der Zapatismus laut Nico Klommann wieder eine größere Rolle. Er bietet mit seiner jahrzehntelangen Vernetzungsarbeit den widerständigen Gruppen integrale Netzwerke an, und auch ideologisch wird der Zapatismus aufgrund der Bedrohungslage in anderen Landesteilen bestätigt. Somit werden, sagt Nico, das autonomistische Projekt der Zapatisten und dessen Organisationsformen zunehmend attraktiver.

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    Im Sommer kommt eine Delegation der Zapatisten per Segelschiff nach Europa (und den Rest der Welt) – 500 Jahre nach der angeblichen „Eroberung“ dessen, was heute Mexiko ist, „landen“ sie in Madrid: https://www.graswurzel.net/gwr/2021/02/das-virus-der-rebellion-geht-auf-reisen/
    Die Zapatisten sammeln noch Spenden für ihre Reise: https://www.ya-basta-netz.org/die-zapatistas-kommen-zu-uns/

    Hier geht es zur Seite der Ejército Zapatista de Liberación Nacional (EZLN, deutsch: Zapatistische Armee der Nationalen Befreiung) mit den neuesten offiziellen Mitteilungen der Organisation: https://enlacezapatista.ezln.org.mx/

    Hier gibt’s eine deutschsprachige Seite mit aktuellen News zu den Zapatisten. Zum Beispiel will die Zapatistische Befreiungsbewegung EZLN im Sommer 2021 eine Delegation aus Mexiko in die ganze Welt schicken: https://www.gruppe-basta.de/

    Der schöne Sach-Comic „Kleine Geschichte des Zapatismus“ von Luz Kerkeling und Findus hat uns sehr bei der Recherche geholfen. Mit vielen Zeichnungen bietet das Buch einen hervorragenden Einstieg und Überblick über alle Aspekte des Zapatismus: https://www.unrast-verlag.de/gesamtprogramm/reihen/kleine-geschichte/kleine-geschichte-des-zapatismus-detail

    Vom Zapatismus-Experten Luz Kerkeling stammt auch die sehenswerte Dokumentation „Aufstand der Würde“, die das Leben der Zapatisten in Mexiko portraitiert: https://www.youtube.com/watch?v=C4aDWqUA6DQ

    „One Hour of Zapatista Music“ Auch Feste und Zeremonien spielen bei den Zapatisten eine wichtige Rolle. Hier könnt ihr eine Stunde voller Zapatistischer Lieder hören: https://www.youtube.com/watch?v=5x3SmuY-ZAY

    Der„Kaffee für den täglichen Aufstand“: Café Libertad organisiert seit 18 Jahren den kollektiven Import und Vertrieb von zapatistischem Bio-Kaffee und Espresso. Auf der Homepage von Café Libertad gibt es aber auch andere solidarisch gehandelte Produkte und viele Informationen zu Kaffeeanbau und zur Revolution in Mexiko sowie News rund um die Zapatisten: https://www.cafe-libertad.de/

    Frauenbewegung und Zapatismus: Im März 2018 kamen mehr als 5.000 Teilnehmerinnen aus aller Welt zum zapatistischen Frauentreffen – mehr als zehn Mal so viele, wie sich angemeldet hatten. Die Veranstaltung mit rund 180 Workshops, Debatten und Theaterstücken fand im Caracol „Morelia“ (einem der größten Sitze der zapatistischen Selbstverwaltung) statt: https://www.feminism-unlimited.org/eine-welt-in-der-viele-feminismen-platz-finden/

    Ein weiterer Bericht: https://www.npla.de/thema/feminismus-queer/mehr-als-5000-teilnehmerinnen-beim-ersten-zapatistischen-frauentreffen/

    Wer will, kann sich vor Ort bei den Zapatisten als Menschenrechtsbeobachter engagieren. Die Organisation CAREA koordiniert die Einsätze der freiwilligen Teilnehmer aus Deutschland, die dann im Bundesstaat Chiapas die von Gewalt bedrohten Gemeinden unterstützen: https://carea-menschenrechte.de/ueber-uns/

    Über das Großprojekt „Corredor Transístmico“, von dem Nico Klomann erzählt, berichtete unter anderem der Nachrichtenpool Lateinamerika (NPLA): https://www.npla.de/thema/umwelt-wirtschaft/corredor-transistmico-grosse-plaene-wenig-informationen/

    Um die wachsende Militarisierung zapatistischer Gebiete in Chiapas unter dem aktuellen mexikanischen Präsidenten Andres Manuel López Obrador geht es in diesem Artikel von NPLA: https://www.npla.de/thema/repression-widerstand/militaer-in-chiapas-mehr-krieg-als-sicherheit/

    #7 Gemeinwohlökonomie mit Martina Dietrich

    Den Kapitalismus beenden, oder zumindest seine negativen Seiten bändigen: Das verspricht die Utopie der Gemeinwohlökonomie. Und zwar, indem nicht mehr der Profit der Unternehmen an erster Stelle steht, sondern das Gemeinwohl – der Beitrag eines jeden Unternehmens zum guten Leben für alle. Wie genau dieses Gemeinwohl definiert ist, wie es berechnet wird und wie es den Profit als wichtigste Kennzahl ersetzen soll, erzählt uns Martina Dietrich aus Köln. Sie berät mit ihrer Firma Sinnovation Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit – und in Sachen Gemeinwohlökonomie. Martina erklärt uns auch die für die Gemeinwohlökonomie zentrale Gemeinwohl-Bilanz, die Unternehmen, aber auch Gemeinden oder einzelne Personen ziehen können und in einer besseren Welt auch sollten. Die Bilanz untersucht das Gemeinwohl in vier Kategorien: 1) Menschenwürde, 2) Solidarität & Gerechtigkeit, 3) Transparenz & Mitgestaltung, 4) ökologische Nachhaltigkeit und bezieht dies jeweils auf fünf Berührungsgruppen: 1) Lieferant*innen, 2) Eigentümer*innen und Finanzpartner*innen, 3) Mitarbeitende, 4) Kund*innen, 5) das gesellschaftliche Umfeld. Heraus kommt ein Score, der anzeigt, wie weit vorn ein Unternehmen oder eine Gemeinde in Sachen Gemeinwohl ist – wie gut sie für die Gesellschaft sind.

    Die Gemeinwohlökonomie ist aber keineswegs beschränkt auf die Gemeinwohl-Bilanz, weswegen wir auch über die Ideen der Bewegung etwa zur Politik, zu öffentlicher Grundversorgung wie Bildung und Gesundheit und zu sozialer Gerechtigkeit sprechen. In Sachen Politik tritt sie zum Beispiel für mehr direkte Demokratie ein, für Konvente, die von der kommunalen bis zur obersten staatlichen Ebene mitreden und mitentscheiden können und für Volksentscheide. Eine Idee für mehr soziale Gerechtigkeit ist ein Startgeld für alle 18-Jährigen, das aus einem staatlichen Erbschaftsfond bezahlt wird. Aber auch die Gemeinwohl-Bilanz – und damit schließt sich der Kreis – würde, wenn sie für alle verpflichtend wäre, zu mehr sozialer Gerechtigkeit führen.

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    Mehr zu Martina und ihrer Beratungsfirma Sinnovation: https://www.sinnovation.koeln/

    Die Website der Gemeinwohlökonomie-Bewegung, Unterseite der Regionalgruppen, in denen man sich engagieren kann – hier sieht man auch gut, wo die Gemeinwohlökonomie weltweit schon Fuß gefasst hat: https://web.ecogood.org/de/die-bewegung/regionalgruppen-und-vereine/

    Die Gemeinwohlbilanz der Sparda Bank München – es gibt eine leicht verstandene Tabelle und einen 109-Seiten-Bericht: https://www.sparda-m.de/gemeinwohl-oekonomie-wirtschaft-der-zukunft/#text_image_1

    Zum Schneeballeffekt der Gemeinwohl-Bilanz: Der Bürgermeister der bayerischen Gemeinde Kirchanschöring, Hans-Jörg Birner, im „GWÖ Podcast aus Bayern“. Birner spricht auch darüber, wie die Bewohner*innen des Dorfes auf die Einführung der Gemeinwohl-Bilanz reagiert haben und was sich seitdem verändert hat: https://gwoebayern.letscast.fm/episode/2-hans-joerg-birner-buergermeister-von-kirchanschoering

    Der Rechenzentren-Betreiber Prior1 hat als Unternehmen einer per se nicht unbedingt ökologischen Branche eine Gemeinwohl-Bilanz erstellt: https://prior1.com/gemeinwohl-oekonomie/

    Unsere Folge zur Postwachstumsgesellschaft mit Dr. Barbara Muraca – auch die Gemeinwohlökonomie will das Wachstum begrenzen: https://neuewelten.podcaster.de/neuewelten/2-degrowth-mit-barbara-muraca/

    Weltweiter Earth Overshoot Day („Welterschöpfungstag“) war 2020 am 22. August – wegen Covid19 24 Tage später als noch 2019. Für Deutschland war der Tag am 5. Mai, weil Deutschland deutlich mehr „über seine Verhältnisse“ lebt als der Durchschnitt der Welt. Deutschland verbraucht also jedes Jahr mehr als doppelt so viele Ressourcen als ihm flächenmäßig zustehen würde: https://www.overshootday.org/newsroom/country-overshoot-days/

    Ein sehr ausführlicher Artikel vom Deutschlandfunk zur Gemeinwohlökonomie: https://www.deutschlandfunk.de/gemeinwohl-oekonomie-wie-viel-nachhaltigkeit-laesst-die.724.de.html?dram:article_id=412532

    In der Bayerischen Verfassung lautet Artikel 151: „Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl.“

    In Artikel 14 des Deutschen Grundgesetzes steht: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen.“

    Episodenbild bearbeitet mit Vaporgram

Hi there!

Schon mal über den Satz gestolpert, „Es ist einfacher, sich das Ende der Welt vorzustellen als das Ende des Kapitalismus“? Er wird mal Fredric Jameson, mal Slavoj Žižek zugesprochen und Mark Fisher zitiert ihn in seinem Buch „Capitalist Realism“. Er beschreibt ganz gut die Ohnmacht, die viele, die den Kapitalismus und die neoliberale Ideologie ihrer vielen Fehler und Ungerechtigkeiten wegen ablehnen, befällt, wenn sie benennen sollen, welches bessere System denn an deren Stelle rücken sollte. Wir denken, das muss nicht so sein, und wollen mit unserem Podcast „Neue Welten“ dagegenhalten – und in jeder Podcastfolge eine andere, neue oder alte, politische oder literarische, filmische oder musikalische Utopie vorstellen.

Einmal im Monat wollen wir einen Gast einladen und mit ihm oder ihr über andere Arten des Zusammenlebens sprechen – von Thomas Morus‘ „Utopia“ bis zum Afrofuturismus, von der alten Tante Anarchismus bis zu den relativ neuen Überlegungen zu den Commons. Wir, das sind Jonas Kiß und Hardy Funk, beide mit ein bisschen Radio-Erfahrung und Popkultur-Wissen im Rucksack. Wir planen derzeit unsere ersten Folgen, fragen Gesprächspartner*innen an und sind generell ganz aus dem Häuschen, dass bald die erste Podcast Folge rausgeht!